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Loslassen - sein lassen - zurück lassen...

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Die Bedeutung des Wortes ist facettenreich und weist oftmals auf beginnende Veränderungsprozesse in unserem Leben hin. 
Es hängt vom Menschentyp und den vergangenen Erfahrungen ab, wie wir auf Veränderungen im Allgemeinen reagieren. Je nachdem kann das Loslassen von Gegenständen, Gedankenmustern oder auch Menschen unterschiedlich gelingen, beziehungsweise braucht es für jede/jeden verschiedene Rahmenbedingungen. Wir müssen dies ganz individuell für uns erforschen, ein Patentrezept gibt es hierfür leider nicht.

Für den Prozess des Loslassens können wir viel von der Natur lernen. In unseren Breitengraden wechseln sich vier Jahreszeiten mit unterschiedlichen Qualitäten ab und beschenken uns das ganze Jahr hinweg mit verschiedensten Eindrücken. Dabei ist kein Jahr wie das andere.  
Aktuell erstrahlt vielerorts die bunte Herbststimmung. Dies stimmt uns zum einen traurig, weil die Zeit des Sommers jetzt sichtbar verschwindet. Gleichzeitig werden die Tage merklich kürzer und die besinnliche Zeit naht. Der Rückzug der Natur wird uns deutlich vor Augen geführt, der Prozess des „Absterbens oder Loslassens“ im Außen hat sichtbar begonnen.

Dieser Zyklus findet nicht nur in der Natur, sondern auch in uns Menschen statt. Viele Menschen spüren, dass sich um diese Jahreszeit ein Bedürfnis nach Rückzug im Inneren vollzieht. Viele sehnen sich besonders in dieser Zeit des Jahres nach mehr Ruhe.
Nach einem wunderbaren Sommer mit langen lauen Sommernächten folgt jetzt die dunkle Jahreszeit. Künstliches Licht suggeriert uns scheinbar, dass alles gleichbleibt. Dabei spüren wir, dass wir auch persönliche Rückzugsräume bräuchten, die uns guttun würden. Aber wie können wir Raum dafür schaffen, bei all den täglichen Anforderungen und Herausforderungen, die auf uns einprasseln?

Der Prozess des Loslassens braucht weniger den Raum, sondern eher das Bewusstsein für die Veränderung, unabhängig davon wie leicht oder schwer es uns fällt etwas loszulassen.

Durch die bewusste Beobachtung der Natur können wir viel für unser inneres und äußeres Abschiednehmen, das Akzeptieren von Veränderung, lernen.

Die Natur geht wie von Zauberhand jedes Jahr durch die verschiedenen Phasen des Wachstums & Entstehen – Blühen – Reifen & Ernten – loslassen/absterben. Dort sehen wir reine Hingabe an die Umgebung. Auch Tiere passen sich diesem Rhythmus an. Im Frühjahr wecken sie uns mit ihrem Gezwitscher, im Hochsommer wird es dann merklich ruhiger und im Herbst gibt es Tage, an denen nur noch wenig Gezwitscher zu hören ist. Der Wintervorrat von Samen & Früchten wird für den nahenden Winter angelegt.
Es ist ein Geben und Nehmen, ganz selbstverständlich und mit der Sicherheit ausgestattet, dass im nächsten Jahr oder am nächsten Tag wieder neues Leben entsteht und neue Früchte wachsen.

Wir alle sind nicht sehr geübt in diesem Prozess der Veränderung und die damit einhergehenden schmerzlichen Emotionen in Form von Trauer zu akzeptieren. Loslassen, was uns manchmal zu erdrücken droht oder uns ans Herz gewachsen ist. Beide Zustände brauchen Raum und Zeit und werden von schmerzlichen Gefühlen begleitet. Die Werbung verstärkt diesen Umstand, indem sie uns suggeriert, dass sich das Leben zu jedem Zeitpunkt voller Freude anfühlen muss. Das entspricht bei wenigen Menschen der Realität.

Um den Schmerz nicht zu spüren, schützen wir uns mit unterschiedlichsten Vermeidungsstrategien. Wir unterdrücken ihn und vergessen dabei, dass Neues nur entstehen kann, wenn wir im Inneren, wie auch im Äußeren Platz dafür schaffen. Dazu gehört auch der Prozess des Sortierens und Abschiednehmens.
Abschied birgt in sich die Hoffnung, dass neues Glück in unser Leben kommt.
Wie bei einer Familie, die ein gemeinsames Kind erwartet und Platz in einem bisher anders genutzten Raum schafft. Da wird dann begeistert aussortiert und entrümpelt, damit Platz bzw. Raum für neues Leben entstehen kann.

Auch in uns muss manchmal Platz für Neues geschaffen werden, zum Beispiel für neue Vorhaben, Ziele oder Gewohnheiten, die wir schon lange angehen wollten.

Die „dunklere Zeit“ ist der ideale Zeitpunkt für ein bewusstes Hinterfragen und für die Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt - in sich zu gehen und sein Leben oder das Jahr in einer Art Rückschau zu reflektieren. Diese Innenschau macht nicht nur in Krisenzeiten Sinn, sondern in regelmäßigen Abständen. Dazu lädt uns die jetzige Jahreszeit – der Herbst- jedes Jahr auf's Neue wieder ein – Im Außen sowie im Innen. Gleichzeitig üben wir uns im Loslassen und Verabschieden jedes Jahr, wenn wir uns bewusster auf die Jahreszeiten einlassen.

Für ihren ganz persönlichen Reflexionsprozess haben wir ein paar Fragen zusammengestellt. Möglicherweise nehmen Sie sich die Zeit, um die Antworten schriftlich festzuhalten und von Zeit zu Zeit zu ergänzen. In der Auseinandersetzung mit den Themen, entstehen immer wieder neue Sichtweisen und Antworten.

Reflexions-Fragen:

  • Welche Art von Veränderung kann ich derzeit schon gut angehen?
  • Welche(r) Bereich(e) fallen mir schwer? Warum?
  • Wer oder Was hindert mich am Loslassen?
  • Was würde ich gewinnen, wenn ich es schaffe, loszulassen?
  • Welche belastenden Gedanken und Gefühle kommen immer wieder in mir hoch? Worauf weisen sie mich hin?
  • Was verbinde ich ganz persönlich mit dem Wort „Sterben“?
  • Fällt es mir schwer über das Thema Tod in der Familie oder Freunden zu sprechen?

 

Liebe Leser:innen, wenn wir Ihr Interesse mit unserem Newsletter wecken konnten, unterstützen wir Sie gerne in Ihrem ganz persönlichen Prozess des Sortierens und Loslassen. >>Feedback<<

 

Eine schöne Herbstzeit wünscht Ihnen
Ihr mcb-Team